Liebe Leserinnen und Leser,

im letzten Kichenblättle hat sich Pfarrer Günther von Ihnen verabschiedet. Manche von Ihnen hatten ja schon eine längere Vakanzzeit befürchtet. Nun ist es aber doch schneller gegangen als gedacht und ich darf mich Ihnen heute als Ihre neue Pfarrerin vorstellen. Der Schwarzwald verkörpert für mich ein Stück Heimat, weil ich zum einen Verwandtschaft in Haiterbach habe und zum anderen beruflich bedingt hier schon gelebt habe.

Ich heiße Helga Schuler und wurde am 4. Dezember 1967 in Tübingen geboren. Zusammen mit drei älteren Schwestern bin ich auf einem Aussiedlerhof in Nehren aufgewachsen. Gerne denke ich an diese Zeit zurück. Durch eine Freundin habe ich mit 17 Jahren Jesus Christus kennengelernt, das hat mein Leben nachhaltig geprägt. Nach der Schule waren wir zusammen bei den Aidlinger Schwestern auf dem Michelsberg. Damals hegte ich schon den Wunsch einmal eine Bibelschule zu besuchen. In Hohenheim absolvierte ich zuerst noch die Ausbildung zur Landwirtschaftlich-technischen Assistentin und arbeitete danach sechs Jahre lang am Botanischen Institut der Universität Tübingen. In dieser Zeit engagierte ich mich ehrenamtlich bei den Apis (Altpietistischer Gemeinschaftsverband) in Gomaringen und in unserer evangelischen Kirchengemeinde in Nehren. Durch unsere Gemeinschaftsdiakonin lernte ich St. Chrischona kennen und Gott bestätigte meinen Wunsch auf eine Bibelschule zu gehen. Von 1994 – 1999 ließ ich mich dort zur Gemeindediakonin ausbilden. Zur Ausbildung gehörte auch das Anerkennungsjahr im evangelischen Bezirksjugendwerk in Freudenstadt. In dieser Zeit war ich oft im Wörnersberger Anker und bekam auch Kontakt zum EC-Lebenshof in Sterneck. Damals hätte ich mir gut vorstellen können, einmal in einer christlichen Lebensgemeinschaft mitzuarbeiten. Nach meiner Ausbildung auf St. Chrischona wurde ich zuerst zu den Apis gesandt. Darauf folgte dann ein Jahr im EC-Lebenshof in Sterneck. Beruflich führte mich dann mein Weg weiter nach Heilbronn, zur Mitternachtsmission und von dort ging es dann wieder zurück in den Schwarzwald, als Geistliche Leitung ins Haus Saron in Wildberg. Bevor ich in die berufsbegleitende Ausbildung im Pfarrdienst wechselte, konnte ich noch Erfahrungen In einem Pflegeheim in Gomaringen, d.h. im Umgang mit dementen Menschen sammeln und erlebte in der evangelischen Kirchengemeinde Bernhausen klassische Gemeindearbeit. Zu meinen Aufgabenbereichen gehörte dort die Senioren- und Besuchsdienstarbeit, Kinderkirche und Kleinkindergottesdienst, Konfirmandenunterricht und Predigtdienste. Da die Stelle befristet war und nicht weiter finanziert werden konnte, kam ein Wechsel in den Pfarrdienst in Betracht und Gott bestätigte diesen Weg. Von 2016 – 2018 absolvierte ich die berufsbegleitende Ausbildung im Pfarrdienst. Im April 2019 wurde ich zur Pfarrerin der evangelischen Kirche in Württemberg ordiniert. Die Pfarrstelle in Metterzimmern wird nächstes Jahr um 50% gekürzt. Dafür kommt dann ein weiterer Stellenanteil von 50% von der Stadtkirche in Bietigheim hinzu. Durch diese Veränderung und weil ich nun bewerbungsfähig bin, setzte ich mich mit einem Stellenwechsel auseinander. In diese Überlegungen hinein erzählte mir eine gute Freundin von der freigewordenen Pfarrstelle in Bösingen und Beihingen. Und so durfte ich wieder Gottes klare Führung erleben. Am 9. Juli bei der Wahlsitzung empfand ich einen tiefen Frieden und ich freue mich sehr, künftig in Bösingen und Beihingen wirken zu können. Die geistliche Prägung Ihrer Kirchengemeinden hat mich sehr angesprochen und ich freue mich auf die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das geistliche Miteinander. Geistliches Wachstum und miteinander Unterwegssein sind für mich ein Herzensanliegen. In meinem Leben durfte ich es immer wieder erfahren, wie Gott einen beschenkt und einem das zum Leben gibt, was man nötig hat. Er ist der gute Versorger auch in Durststrecken. Gerne möchte ich mit Ihnen diesen Glauben an den dreieinigen Gott teilen.

Das Wort aus Psalm 32,8: „Der HERR spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ hat mich in meinem Bewerbungsprozess begleitet. ER hat mir die Tür in Ihre Gemeinden geöffnet. ER hat den Weg geebnet. ER ist vorausgegangen und ER bringt mich in vorbereitetes Land. Über Gottes Führung staune ich immer wieder. Am 1. November 2020 werde ich nun zu Ihnen kommen und wohne zuerst mal in Beihingen bei Familie Kübler, bis dann das Pfarrhaus bezugsfertig sein wird. Meine Investitur findet am 8. November um 15 Uhr statt. Coronabedingt etwas anders als gewohnt, aber ich freue mich auf die Begegnungen und das Miteinander mit Ihnen

Seien Sie herzlich gegrüßt, bleiben Sie behütet und unserem himmlischen Vater im Himmel anbefohlen!

Ihre Pfarrerin

Helga Schuler